Momentum

30.05.2018

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf 6,3 Milliarden US-Dollar summierte sich das weltweite Finanzierungsvolumen durch ICOs im ersten Quartal 2018. Das ist mehr als im gesamten vergangenen Jahr und ein Vielfaches traditioneller VC-Finanzierungen. Und dabei fand der mit einem Volumen von 1,7 Milliarden US-Dollar bislang größte ICO der russischen App Telegram erst im April statt. Neu hierbei: Eine Mindestinvestmentsumme von 2 Millionen US-Dollar. Spätestens damit sind ICOs im institutionellen Bereich angekommen. Daran, dass sich die Technologie durchsetzt, gibt es sowieso kaum noch Zweifel. Was bleibt, ist jedoch ein hohes Maß an Anarchie, denn Investorenrechte sind kaum vorhanden. Da hilft es auch nichts, dass die wenigen Rechte technologisch gut geschützt sind. Hier gilt es anzusetzen. Es wird höchste Zeit, dass die junge Industrie, die Emittenten und die technologischen Köpfe gemeinsam einen Regulierungsrahmen schaffen, der Innovation fördert, Transparenz ermöglicht und die Effizienz des Systems erhält. Gerade für die deutsche Wirtschaft liegt darin mit Blick auf die wachsende Bedeutung der Industrie 4.0 eine große Chance.

Bis es soweit ist, muss der Mittelstand die Digitalisierung seiner Geschäftsmodelle mit anderen Instrumenten finanzieren. Denn der Aufbau von Know-how im Unternehmen, die technische Infrastruktur und das notwendige Equipment sowie die Entwicklung neuer Prozesse, Produkte und Dienstleistungen kosten viel Geld. Der standardisierte Ansatz klassischer Bankdarlehen stößt bei vielen Digitalisierungsprojekten jedoch an seine Grenzen. Unternehmen greifen deshalb neben dem operativen Cashflow immer öfter auf bankenunabhängige Fremdkapitalinstrumente zurück. Ein Bereich, in dem BankM verstärkt tätig ist. Seit dem Ausbau des Sales-Teams Mitte 2017, haben wir über 30 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund EUR 400 Mio. begleitet. Zuletzt Ende April die Aufstockung der Unternehmensanleihe 2017/2022 der Metalcorp Group B.V. auf nunmehr EUR 80 Mio. als Lead Manager und Global Coordinator.

Ob ICO, Anleihe oder operativer Cashflow: Die Investition in die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells lohnt sich. Während Digital Starter über die letzten drei Jahre gemäß der Studie „Digitale Dividende im Mittelstand“ ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 1,7 Prozent erzielten, kamen Digital Leader auf 19,8 Prozent. Diesen Wert konnte die UMT AG im Geschäftsjahr 2017 sogar noch klar übertreffen. Und auch 2018 möchte der Technologieanbieter für maßgeschneiderte Lösungen im Bereich Mobile Payment die Entwicklung im bargeldlosen Zahlungsverkehr maßgeblich beeinflussen. So nutzt Penny seit Ende April als erster Discounter in Deutschland die Technologie der Münchner. Im Vorstandsgespräch mit BankM erklärt CEO Dr. Albert Wahl was dieser Erfolg bedeutet, warum UMT mehr ist als ein reiner Payment Provider und welche Rolle die Margensituation in der aktuellen Entwicklungsphase spielt.

In unserer RSL-Analyse belegt der Technologiesektor weiterhin einen Spitzenplatz und unterstützt somit die Studienergebnisse zur Digitalen Dividende. Viel Vergnügen bei der Suche nach Ihren Favoriten und beim Lesen der aktuellen Beiträge wünscht Ihnen,

 

herzlichst,
Ihr Axel Rose

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