Momentum

18.12.2018

Blickpunkt

Blickpunkt Baltikum – BankM on Tour

Mitte November besuchte ein Team der BankM eine Investorenkonferenz in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Von deutschen Investoren noch weitestgehend unentdeckt, bietet vor allem der Immobiliensektor interessante Entwicklungsperspektiven.

Von Dr. Roger Becker

Weihnachtszeit ist Shoppingzeit. Überall auf der Welt herrscht dieser Tage Hochbetrieb in den Einkaufszentren. Die T1 Shopping Mall in Tallinn macht da keine Ausnahme. Zumal dem Konsumtempel der Reiz des Neuen anhaftet. Auf knapp 80.000 Quadratmetern am Anfang von Peterburi Tee, einer der belebtesten Straßen von Estlands Hauptstadt gelegen, finden sich neben unzähligen Geschäften, Dienstleistungsunternehmen, Cafés und Restaurants auch drei durch Straßen verbundene großzügige Stadtplätze. Auf dem Dach wird sich demnächst ein Riesenrad 120 Meter über den Meeresspiegel erheben und damit nicht nur den baulichen Höhepunkt bilden. Weltweit gibt es nur fünf ähnliche Strukturen, alle davon in Asien. Diese Verbindung aus Einzelhandel, Unterhaltung und neuartigen architektonischen Raumkonzepten ist einzigartig in der Region und soll T1 zu einem Wahrzeichen der Stadt werden lassen.

Nur zwei Wochen nach der feierlichen Eröffnung am 8. November besuchte ein Team der BankM das Einkaufs- und Erlebniszentrum. Anlass war aber nicht etwa die Suche nach Weihnachtsgeschenken, sondern eine Investorenkonferenz. Mehr als 50 Teilnehmer erlebten in drei Gruppen eine Führung bis hinauf aufs Dach. Veranstalter war die Pro Kapital Grupp. Der in Tallinn beheimatete führende baltische Immobilienentwickler und -bestandshalter, ist spezialisiert auf großflächige Gewerbe- und Wohnimmobilien in den Hauptstädten Estlands, Lettlands und Litauens und hat T1 entwickelt und gebaut. Doch auch in Deutschland ist die Pro Kapital Grupp keine Unbekannte. Die Gesellschaft verwaltet nicht nur das Parkhotel Kurhaus in Bad Kreuznach, sondern ist neben der Heimatbörse in Tallinn seit März 2014 auch im Frankfurter Freiverkehr gelistet.

 

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Foto: Pro Kapital Grupp

Dabei war die Region „Baltikum“ für deutsche Investoren bislang kein klassischer geographischer Investitionsraum, sogar eher so etwas wie eine Terra incognita. Und das, obwohl die baltischen Volkswirtschaften seit Jahren einem dynamischen Wachstumspfad mit steigendem Lebensstandard folgen. Wie viele Marktbeobachter und Ökonomen bestätigen, deuten wichtige Wirtschaftsindikatoren auf ein anhaltend positives Wirtschaftswachstum hin. 2018 wird das BIP aller drei baltischen Staaten nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit mehr als 3% wachsen, was deutlich über dem erwarteten Wachstum der Industrieländer in Höhe von 2,3% liegt (World Economic Outlook, 2018). Das dynamische BIP-Wachstum führt zu steigenden Löhnen und kontinuierlich sinkenden Arbeitslosenzahlen. Dazu ist insbesondere Tallinn bereits heute ein bedeutender Technologiestandort – Nokia, Ericsson und Phillips sind vor Ort vertreten, Skype erblickte hier 2003 das Licht der Welt.

Von der wirtschaftlichen Prosperität profitieren aber nicht nur neue Technologien, sondern zuallererst auch der Immobilienmarkt. Die Kombination aus BIP-Wachstum und einer relativ niedrigen privaten Verschuldung, bildet die Grundlage für den Kauf von eigengenutzten Wohnimmobilien, was implizit auf einen lebhaften zukünftigen Immobilienmarkt hindeutet. Dies wird sich vornehmlich in den Städten bemerkbar machen, da es die Landbevölkerung zunehmend in die Metropolen zieht. Die Suche nach attraktiven Anlageobjekten und Renditemöglichkeiten in Verbindung mit einer unternehmensfreundlichen Steuerpolitik dienen als Katalysator dieser Entwicklung.

Pro Kapital ist einer der treibenden Player in der Revierentwicklung in den Hauptstädten des Baltikums, Vilnius, Riga und Tallinn. Bislang agierte das Unternehmen nahezu ausschließlich als Projektentwickler, d.h. das Ziel der operativen Tätigkeit war – nach erfolgter Planung und Entwicklung - ausgerichtet auf den Verkauf, vornehmlich von Wohnimmobilien. Wie bei diesem Geschäftsmodell üblich, sind Umsatz und Ergebnis von Jahr zu Jahr sehr volatil, und somit für Investoren und Analysten relativ schwer zu bewerten. Die Fertigstellung von T1, manifestiert somit auch eine strategische Erweiterung, denn das neue Shopping Center wird Pro Kapital in eigener Regie betreiben. Damit wird die Gesellschaft vom reinen Projektentwickler zum Bestandshalter. Das neue kombinierte Geschäftsmodell (Entwickler und Bestandshalter) dürfte sich dank der einhergehenden Glättung, Kontinuität und besseren Planbarkeit nachhaltiger Cashflows positiv auf die Wahrnehmung potentieller Investoren auswirken. Zudem hat das Unternehmen – zur Fokussierung auf das Kerngeschäft – im letzten Jahr zwei seiner drei Hotels verkauft.

Der Boden für weiteres Wachstum ist bereitet. Schon in den frühen 90er Jahren hat sich die Gesellschaft zahlreiche Grundstücke gesichert. Das macht unabhängig von den stark gestiegenen Grundstückspreisen, erhöht die Freiheitsgrade in der Planbarkeit zukünftiger Entwicklungsprojekte und führt zu stillen Reserven in nicht unerheblichem Ausmaß. Ebenfalls nicht unerheblich ist im Baltikum an den Weihnachtstagen die Kulinarik. Schweinebraten, Blutwurst, Sauerkraut, Rote Beete und Kartoffeln kommen in Estland zum Feste traditionell auf den Tisch. Da fühlen sich auch deutsche Investoren gleich daheim.

Hier finden Sie unseren aktuellen Research-Report zur Pro Kapital Grupp. Sofern Sie Interesse an zusätzlichen Informationen haben, können Sie sich gerne an unser Sales Team oder unseren Analysten Dr. Roger Becker wenden.
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